Rendite & Kennzahlen

Nettorendite bei Immobilien einfach erklärt & berechnen

Nettorendite bei Immobilien einfach erklärt: Formel, Unterschied zur Bruttomietrendite, nicht umlagefähige Kosten, Kaufnebenkosten und Beispielrechnung.

Lesedauer: ca. 9 Minuten

Was ist die Nettorendite?

Die Nettorendite setzt den jährlichen Nettoertrag aus Vermietung ins Verhältnis zu den gesamten Anschaffungskosten. Anders als bei der Bruttomietrendite werden laufende Eigentümerkosten berücksichtigt, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können.

Wie berechnet man die Nettorendite?

(Jahresnettokaltmiete − nicht umlagefähige laufende Kosten − kalkulatorischer Mietausfall) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten + unmittelbare Anfangsinvestitionen) × 100*

Damit bildet die Kennzahl sowohl die Ertragsseite als auch die tatsächliche Kapitalbasis realistischer ab.

Welche Kosten gehören auf die Ertragsseite?

  • Verwaltung: Soweit sie beim Eigentümer verbleibt.
  • Instandhaltung: Eigentümeranteil beziehungsweise realistische Rückstellung.
  • Mietausfall: Kalkulatorischer Leerstand oder Ausfall.

Bei Eigentumswohnungen sind insbesondere die nicht umlagefähigen Bestandteile des Hausgelds relevant. Interhyp und Dr. Klein weisen ebenfalls darauf hin, dass für eine realistischere Rendite Bewirtschaftungs-, Verwaltungs- und Renovierungskosten berücksichtigt werden sollten. citeturn946693search6turn946693search8

Warum sollten Kaufnebenkosten einbezogen werden?

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler sind echtes investiertes Kapital. Wer nur den Kaufpreis als Nenner verwendet, stellt die Rendite besser dar, als sie auf das tatsächlich eingesetzte Kapital ist.

Merksatz

Wir unterscheiden künftig klar zwischen Bruttomietrendite auf Kaufpreis und Nettorendite auf gesamte Anschaffungskosten.

Beispielrechnung

Kaufpreis250.000 €
Kaufnebenkosten25.000 €
Jahresnettokaltmiete15.000 €
nicht umlagefähige Kosten−2.400 €
Instandhaltung−1.200 €
Mietausfall−600 €
Nettoertrag10.800 €
Nettorendite3,93 %

Bruttomietrendite vs. Nettorendite

[TABLE]

KennzahlFormelAussage
BruttomietrenditeJahresnettokaltmiete / KaufpreisSchneller Erstvergleich
NettorenditeNettoertrag / GesamtanschaffungskostenRealistischere Objektrendite

Im Beispiel beträgt die Bruttomietrendite 6,0 %, die Nettorendite nach Kosten und Nebenkosten aber nur 3,93 %.

Gehören Darlehenszinsen in die Nettorendite?

Praxis-Tipp

Saubere Kennzahlenlogik Objektqualität und Finanzierungsqualität nicht in einer einzigen Renditezahl vermischen.

Was sagt die Nettorendite nicht?

Sie berücksichtigt typischerweise keine zukünftige Wertsteigerung, Steuern, Finanzierungseffekte oder außergewöhnliche Großsanierungen. Sie ist deshalb eine wichtige, aber nicht allein ausreichende Kennzahl.

Typische Fehler

01
01 Bruttorendite als Nettorendite bezeichnen Laufende Eigentümerkosten fehlen dann.
02
Bruttorendite als Nettorendite bezeichnen Laufende Eigentümerkosten fehlen dann.
03
02 Nebenkosten vergessen Die Kapitalbasis wird zu klein.
04
Nebenkosten vergessen Die Kapitalbasis wird zu klein.
05
03 Finanzierung hineinmischen Dadurch wird die Objektkennzahl vom individuellen Kredit abhängig.
06
Finanzierung hineinmischen Dadurch wird die Objektkennzahl vom individuellen Kredit abhängig.
07
04 Leerstand ignorieren Gerade bei risikoreicheren Lagen kann das Ergebnis zu optimistisch sein.
08
Leerstand ignorieren Gerade bei risikoreicheren Lagen kann das Ergebnis zu optimistisch sein.

briqREC Renditerechner Nettorendite berechnen Kaufpreis, Nebenkosten, Miete, Hausgeld, nicht umlagefähige Kosten und Mietausfall eingeben und Brutto- und Nettorendite direkt vergleichen. Rendite berechnen →

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Was ist eine gute Nettorendite?

Das lässt sich nicht pauschal festlegen. Lage, Risiko, Zustand, Finanzierung und alternative Anlageformen müssen mitbetrachtet werden.

Sind Kaufnebenkosten in der Nettorendite enthalten?

Für eine realistische Rendite auf das tatsächlich eingesetzte Kaufkapital sollten sie berücksichtigt werden.

Zählt Tilgung als Kosten?

Nein. Tilgung reduziert die Darlehensschuld und ist Vermögensumschichtung, nicht laufender Objektaufwand.

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung.