Was ist ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag besteht aus einer Sparphase und der späteren Möglichkeit, ein Bauspardarlehen zu festgelegten Konditionen zu nutzen. Die vereinbarte Bausparsumme setzt sich grundsätzlich aus deinem angesparten Guthaben und dem möglichen Bauspardarlehen zusammen.
Wie funktioniert ein Bausparvertrag?
- 1. Sparphase: Du zahlst regelmäßig Geld in den Vertrag ein.
- 2. Zuteilung: Wenn die tariflichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Vertrag zuteilungsreif.
- 3. Darlehensphase: Du kannst das Guthaben und – falls gewünscht – das Bauspardarlehen nutzen.
Beim Bausparen sicherst du nicht primär einen heutigen Baukredit, sondern eine spätere Darlehensoption zu vorher festgelegten Konditionen.
Was ist die Bausparsumme?
Die Bausparsumme ist der zentrale Vertragsbetrag. Sie setzt sich aus dem später vorhandenen Bausparguthaben und dem möglichen Bauspardarlehen zusammen.
Was passiert in der Sparphase?
In der Sparphase leistest du regelmäßig Sparbeiträge. Je nach Tarif muss ein bestimmtes Mindestguthaben erreicht werden. Klassische Tarife sehen häufig einen relevanten Anteil der Bausparsumme als Mindestguthaben vor.
Das Guthaben wird mit dem tariflich vereinbarten Guthabenzins verzinst. Bei Neuverträgen ist die Sparrendite wegen Abschlusskosten und niedriger Guthabenzinsen häufig wenig attraktiv.
Wann wird ein Bausparvertrag zuteilungsreif?
Für die Zuteilung müssen die tariflichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu können Mindestguthaben, Mindestsparzeit und eine bestimmte Bewertungszahl gehören.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Angaben zur voraussichtlichen Zuteilung vor Erreichen der Zuteilungsreife Schätzungen sind. Der tatsächliche Zeitpunkt kann sich verschieben.
Das ist besonders wichtig, wenn der Bausparvertrag exakt zu einem bestimmten Termin eine andere Finanzierung ablösen soll.
Wie funktioniert das Bauspardarlehen?
Ist der Vertrag zuteilungsreif, kannst du grundsätzlich ein Bauspardarlehen beantragen. Seine Höhe ergibt sich im typischen Modell aus der Differenz zwischen Bausparsumme und vorhandenem Guthaben.
Der Darlehenszins wurde bereits beim Abschluss des Bausparvertrags festgelegt. Das schafft Planungssicherheit gegenüber einem möglicherweise höheren zukünftigen Marktzins.
Welche Kosten entstehen?
Bei Abschluss fällt typischerweise eine Abschlussgebühr an. Die Verbraucherzentrale nennt aktuell je nach Anbieter häufig etwa 1 bis 1,6 % der Bausparsumme.
Zusätzliche Kosten hängen vom Tarif ab. Deshalb sollten immer die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge und das konkrete Preisverzeichnis geprüft werden.
Einfaches Beispiel
Du vereinbarst eine Bausparsumme von 100.000 €. Angenommen, dein Tarif verlangt 40 % Mindestguthaben. Dann müsstest du zunächst rund 40.000 € ansparen. Nach Zuteilung könnte der verbleibende Betrag grundsätzlich über ein Bauspardarlehen finanziert werden – abhängig von Tarif und tatsächlichem Guthaben.
Mindestguthaben, Bewertungszahl, Sparzeit und Darlehenshöhe hängen vom konkreten Tarif ab.
Vorteile und Nachteile
[TABLE]
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Darlehenszins früh festgelegt | Abschlussgebühr und ggf. weitere Kosten |
| Planungssicherheit für späteres Darlehen | Zuteilungszeitpunkt vorab nicht garantiert |
| Kann für bestimmte wohnwirtschaftliche Ziele passen | Sparphase bei Neuverträgen oft geringe Rendite |
| Förderungen können im Einzelfall helfen | Komplexere Tarife und Bedingungen |
Ob sich ein Bausparvertrag tatsächlich lohnt, lässt sich laut Verbraucherzentrale wegen der unbekannten zukünftigen Marktzinsen erst im Rückblick sicher beurteilen.
Vorsicht bei Bauspar-Sofortfinanzierungen
Bei sogenannten Bauspar-Sofortfinanzierungen werden ein Vorausdarlehen und ein parallel besparter Bausparvertrag miteinander kombiniert. Das Modell ist deutlich komplexer als ein klassischer Bausparvertrag.
Die Verbraucherzentrale warnt insbesondere vor dem Risiko, dass sich die Zuteilung verschiebt und dadurch die aufeinander abgestimmten Finanzierungsschritte nicht wie geplant funktionieren.
Nicht nur den späteren Bauspardarlehenszins betrachten. Entscheidend sind alle Zahlungsströme, Gebühren, Zwischenfinanzierungskosten und die tatsächliche Gesamtlaufzeit.
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Ist die Zuteilung eines Bausparvertrags garantiert?
Der genaue Zeitpunkt ist vor Zuteilungsreife nicht garantiert. Voraussichtliche Termine können sich verschieben.
Wie hoch ist die Abschlussgebühr?
Die Verbraucherzentrale nennt bei aktuellen Tarifen häufig etwa 1 bis 1,6 % der Bausparsumme, abhängig vom Anbieter.
Was ist die Bausparsumme?
Sie besteht grundsätzlich aus deinem Bausparguthaben und dem möglichen späteren Bauspardarlehen.
Lohnt sich ein Bausparvertrag?
Das hängt von Tarif, Kosten, möglichen Förderungen und zukünftigen Kreditzinsen ab. Eine sichere Aussage ist im Voraus nicht möglich.
Was ist eine Bauspar-Sofortfinanzierung?
Eine Kombination aus sofortigem Vorausdarlehen und parallel angespartem Bausparvertrag, der das Vorausdarlehen später ablösen soll.