Kauf & Finanzierung

Bausparvertrag einfach erklärt: Sparphase, Zuteilung & Darlehen

Bausparvertrag einfach erklärt: Bausparsumme, Sparphase, Zuteilungsreife, Abschlussgebühr, Bauspardarlehen, Vorteile, Nachteile und Beispiel.

Lesedauer: ca. 11 Minuten

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag besteht aus einer Sparphase und der späteren Möglichkeit, ein Bauspardarlehen zu festgelegten Konditionen zu nutzen. Die vereinbarte Bausparsumme setzt sich grundsätzlich aus deinem angesparten Guthaben und dem möglichen Bauspardarlehen zusammen.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

  • 1. Sparphase: Du zahlst regelmäßig Geld in den Vertrag ein.
  • 2. Zuteilung: Wenn die tariflichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Vertrag zuteilungsreif.
  • 3. Darlehensphase: Du kannst das Guthaben und – falls gewünscht – das Bauspardarlehen nutzen.
Merksatz

Beim Bausparen sicherst du nicht primär einen heutigen Baukredit, sondern eine spätere Darlehensoption zu vorher festgelegten Konditionen.

Was ist die Bausparsumme?

Die Bausparsumme ist der zentrale Vertragsbetrag. Sie setzt sich aus dem später vorhandenen Bausparguthaben und dem möglichen Bauspardarlehen zusammen.

Vereinfacht Bausparsumme = Bausparguthaben + mögliches Bauspardarlehen

Was passiert in der Sparphase?

In der Sparphase leistest du regelmäßig Sparbeiträge. Je nach Tarif muss ein bestimmtes Mindestguthaben erreicht werden. Klassische Tarife sehen häufig einen relevanten Anteil der Bausparsumme als Mindestguthaben vor.

Das Guthaben wird mit dem tariflich vereinbarten Guthabenzins verzinst. Bei Neuverträgen ist die Sparrendite wegen Abschlusskosten und niedriger Guthabenzinsen häufig wenig attraktiv.

Wann wird ein Bausparvertrag zuteilungsreif?

Für die Zuteilung müssen die tariflichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu können Mindestguthaben, Mindestsparzeit und eine bestimmte Bewertungszahl gehören.

Wichtig

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Angaben zur voraussichtlichen Zuteilung vor Erreichen der Zuteilungsreife Schätzungen sind. Der tatsächliche Zeitpunkt kann sich verschieben.

Das ist besonders wichtig, wenn der Bausparvertrag exakt zu einem bestimmten Termin eine andere Finanzierung ablösen soll.

Wie funktioniert das Bauspardarlehen?

Ist der Vertrag zuteilungsreif, kannst du grundsätzlich ein Bauspardarlehen beantragen. Seine Höhe ergibt sich im typischen Modell aus der Differenz zwischen Bausparsumme und vorhandenem Guthaben.

Der Darlehenszins wurde bereits beim Abschluss des Bausparvertrags festgelegt. Das schafft Planungssicherheit gegenüber einem möglicherweise höheren zukünftigen Marktzins.

Welche Kosten entstehen?

Bei Abschluss fällt typischerweise eine Abschlussgebühr an. Die Verbraucherzentrale nennt aktuell je nach Anbieter häufig etwa 1 bis 1,6 % der Bausparsumme.

Beispiel Bausparsumme100.000 €
Abschlussgebühr bei 1,0 %1.000 €
bei 1,6 %1.600 €

Zusätzliche Kosten hängen vom Tarif ab. Deshalb sollten immer die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge und das konkrete Preisverzeichnis geprüft werden.

Einfaches Beispiel

Du vereinbarst eine Bausparsumme von 100.000 €. Angenommen, dein Tarif verlangt 40 % Mindestguthaben. Dann müsstest du zunächst rund 40.000 € ansparen. Nach Zuteilung könnte der verbleibende Betrag grundsätzlich über ein Bauspardarlehen finanziert werden – abhängig von Tarif und tatsächlichem Guthaben.

Bausparsumme100.000 €
angenommenes Guthaben40.000 €
mögliches Darlehen, vereinfacht60.000 €
Merksatz

Mindestguthaben, Bewertungszahl, Sparzeit und Darlehenshöhe hängen vom konkreten Tarif ab.

Vorteile und Nachteile

[TABLE]

VorteileNachteile
Darlehenszins früh festgelegtAbschlussgebühr und ggf. weitere Kosten
Planungssicherheit für späteres DarlehenZuteilungszeitpunkt vorab nicht garantiert
Kann für bestimmte wohnwirtschaftliche Ziele passenSparphase bei Neuverträgen oft geringe Rendite
Förderungen können im Einzelfall helfenKomplexere Tarife und Bedingungen

Ob sich ein Bausparvertrag tatsächlich lohnt, lässt sich laut Verbraucherzentrale wegen der unbekannten zukünftigen Marktzinsen erst im Rückblick sicher beurteilen.

Vorsicht bei Bauspar-Sofortfinanzierungen

Bei sogenannten Bauspar-Sofortfinanzierungen werden ein Vorausdarlehen und ein parallel besparter Bausparvertrag miteinander kombiniert. Das Modell ist deutlich komplexer als ein klassischer Bausparvertrag.

Die Verbraucherzentrale warnt insbesondere vor dem Risiko, dass sich die Zuteilung verschiebt und dadurch die aufeinander abgestimmten Finanzierungsschritte nicht wie geplant funktionieren.

Wichtig

Nicht nur den späteren Bauspardarlehenszins betrachten. Entscheidend sind alle Zahlungsströme, Gebühren, Zwischenfinanzierungskosten und die tatsächliche Gesamtlaufzeit.

briqREC Vergleich Bausparen mit normaler Finanzierung vergleichen Sparrate, Abschlussgebühr, Guthaben, Bauspardarlehen und alternative Baufinanzierung nebeneinanderstellen. Bausparen vergleichen →

Bausparen vergleichen →

Ist die Zuteilung eines Bausparvertrags garantiert?

Der genaue Zeitpunkt ist vor Zuteilungsreife nicht garantiert. Voraussichtliche Termine können sich verschieben.

Wie hoch ist die Abschlussgebühr?

Die Verbraucherzentrale nennt bei aktuellen Tarifen häufig etwa 1 bis 1,6 % der Bausparsumme, abhängig vom Anbieter.

Was ist die Bausparsumme?

Sie besteht grundsätzlich aus deinem Bausparguthaben und dem möglichen späteren Bauspardarlehen.

Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Das hängt von Tarif, Kosten, möglichen Förderungen und zukünftigen Kreditzinsen ab. Eine sichere Aussage ist im Voraus nicht möglich.

Was ist eine Bauspar-Sofortfinanzierung?

Eine Kombination aus sofortigem Vorausdarlehen und parallel angespartem Bausparvertrag, der das Vorausdarlehen später ablösen soll.

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung.