Kategorie: Dokumente Gruppe im Wissenszentrum: Zahlung & Mietverwaltung Stand: August 2026 Lesedauer: ca. 12 Minuten
Kurz erklärt
Mit einem SEPA-Lastschriftmandat erlaubt ein Zahler einem Zahlungsempfänger, fällige Beträge per Lastschrift vom angegebenen Konto einzuziehen.
Für Vermieter kann das beispielsweise genutzt werden für:
- monatliche Miete
- Betriebskostenvorauszahlungen
- Heizkostenvorauszahlungen
- Stellplatzmiete
- vereinbarte wiederkehrende Zahlungen
Für private Mieter wird typischerweise die SEPA-Basislastschrift verwendet.
Ein SEPA-Mandat ist nicht nur eine gespeicherte IBAN. Für einen nachvollziehbaren Lastschrifteinzug gehören insbesondere Mandat, Gläubiger-Identifikationsnummer und Mandatsreferenz zusammen.
Gläubiger-Identifikationsnummer
Wer SEPA-Lastschriften als Zahlungsempfänger einziehen möchte, benötigt grundsätzlich eine Gläubiger-Identifikationsnummer.
In Deutschland wird sie von der Deutschen Bundesbank vergeben.
Die deutsche Gläubiger-ID ist 18 Stellen lang.
Sie identifiziert den Lastschrifteinreicher eindeutig.
Die Zuteilung der Gläubiger-ID allein bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass Lastschriften eingezogen werden dürfen.
Dafür muss auch das kontoführende Kreditinstitut beziehungsweise der Zahlungsdienstleister die Teilnahme am Lastschriftverfahren ermöglichen.
Mandatsreferenz
Zusätzlich zur Gläubiger-ID verwendet der Zahlungsempfänger eine individuelle Mandatsreferenz.
Die Deutsche Bundesbank beschreibt sie als ein vom Zahlungsempfänger vergebenes Kennzeichen.
Sie kann bis zu 35 alphanumerische Stellen lang sein.
Zusammen mit der Gläubiger-ID ermöglicht sie die eindeutige Identifizierung des Mandats.
Beispiel:
```text Gläubiger-ID: DE12ZZZ00001234567
Mandatsreferenz: MIETE-UNIT-0042-2026-01 ```
Was steht in einem SEPA-Basislastschriftmandat?
Ein praxistaugliches Mandat enthält typischerweise:
- Name des Zahlungsempfängers
- Anschrift des Zahlungsempfängers
- Gläubiger-Identifikationsnummer
- Mandatsreferenz oder Hinweis, dass sie separat mitgeteilt wird
- Mandatstext
- Name des Zahlers
- Anschrift des Zahlers
- IBAN
- gegebenenfalls BIC, soweit im konkreten Zahlungsverkehr noch erforderlich
- Ort
- Datum
- Unterschrift beziehungsweise die nach dem jeweiligen Verfahren zulässige Mandatserteilung
Mandatstext
Das Mandat enthält sinngemäß zwei Erklärungen:
- Der Zahler ermächtigt den Zahlungsempfänger, Zahlungen mittels Lastschrift einzuziehen.
- Gleichzeitig weist er seinen Zahlungsdienstleister an, diese Lastschriften einzulösen.
Zusätzlich enthält ein SEPA-Basislastschriftmandat einen Hinweis auf das Erstattungsrecht nach den Bedingungen des Zahlungsdienstleisters.
Vorabinformation – Pre-Notification
Vor einer SEPA-Lastschrift muss der Zahlungsempfänger den Zahler grundsätzlich vorab über:
- Fälligkeitsdatum
- genauen Betrag
informieren.
Die Bundesbank nennt grundsätzlich mindestens 14 Kalendertage vor Fälligkeit, sofern mit dem Zahler keine andere Frist vereinbart wurde.
Die Vorabinformation kann beispielsweise erfolgen über:
- Vertrag
- Rechnung
- Zahlungsplan
- separates Schreiben
Beispiel:
Im Mietvertrag steht nachvollziehbar:
> Die monatliche Gesamtmiete von 1.150 € wird jeweils zum vereinbarten Fälligkeitstermin per SEPA-Lastschrift eingezogen.
Ob das für alle konkreten Einzüge und Änderungen ausreicht, hängt vom Inhalt und der Inkassovereinbarung ab.
Bei einer Nachzahlung aus der Betriebskostenabrechnung nicht einfach ohne Vorabinformation einen abweichenden Betrag einziehen.
Unterschiedliche Beträge
Für ein bestehendes SEPA-Mandat muss nicht bei jeder Änderung des einzuziehenden Betrags automatisch ein komplett neues Mandat eingeholt werden.
Das ist gerade für Mietverhältnisse wichtig.
Mögliche Änderungen:
- Mieterhöhung
- Betriebskostenvorauszahlung
- Heizkostenvorauszahlung
- einmalige Nachzahlung
Die konkrete Vorabinformation und die Regeln des Zahlungsdienstleisters müssen trotzdem beachtet werden.
Rückgabe einer Basislastschrift
Nach den SEPA-Regeln kann eine autorisierte SEPA-Basislastschrift grundsätzlich innerhalb von acht Wochen nach Belastung zurückgegeben werden.
Bei einer nicht autorisierten Lastschrift bestehen weitergehende Fristen; die Bundesbank nennt grundsätzlich bis zu 13 Monate.
Der Lastschrifteinzug ersetzt deshalb kein sauberes Forderungs- und Zahlungsmanagement.
Eine erfolgreiche Kontobelastung kann später wieder zurückgebucht werden.
Rücklastschrift
Wird eine Lastschrift nicht eingelöst, kann sie zurückbelastet werden.
Mögliche Gründe:
- Kontodeckung fehlt
- Konto geschlossen
- Mandat widerrufen
- Kontodaten fehlerhaft
- Rückgabe durch Zahler
``text
rent_due
→ debit_submitted
→ debit_booked
→ possible_return
→ payment_status
``
Nicht einfach:
lastschrift gesendet = bezahlt
Neues Fälligkeitsdatum bei erneutem Einzug
Eine zurückgegebene Lastschrift sollte nicht einfach mit denselben Zahlungsdaten erneut eingereicht werden.
Für einen erneuten Einzug ist ein neuer Lastschriftvorgang mit neuem Fälligkeitstag erforderlich.
Die konkrete Behandlung richtet sich auch nach der Inkassovereinbarung mit der Bank.
Mandatsänderungen
Ändern sich Mandatsdaten, sollten Änderungen dokumentiert werden.
Beispiele:
- neue IBAN
- Namensänderung
- anderer Zahlungspflichtiger
- anderer Zahlungsempfänger
Die Bundesbank weist darauf hin, dass bei Änderung der Identität des Zahlungsempfängers in der Regel ein neues Mandat erforderlich wird.
Widerruf
Ein Zahler kann ein Lastschriftmandat widerrufen.
``text
active
revoked
expired
replaced
``
Ab Widerruf dürfen keine neuen Lastschriften auf Basis dieses Mandats ausgelöst werden.
Inaktivität / Verfall
SEPA-Regelwerke können für lange nicht verwendete Mandate besondere Regeln vorsehen.
Der jeweils aktuelle Regelstand des Zahlungsdienstleisters beziehungsweise SEPA-Schemas sollte berücksichtigt werden.
Aufbewahrung
Die Bundesbank weist darauf hin, dass Mandate einschließlich Änderungen entsprechend der Inkassovereinbarung aufbewahrt werden müssen.
Sie nennt außerdem eine Aufbewahrung von mindestens 14 Monaten nach Erlöschen, gerechnet vom Einreichungsdatum der letzten eingezogenen Lastschrift, nach den Regelungen der Inkassovereinbarung.
Steuer- und handelsrechtliche Aufbewahrungspflichten können zusätzlich relevant sein.
Datenschutz
Eine IBAN ist personenbezogenes Finanzdatum.
- Zugriff einschränken
- Daten verschlüsselt speichern
- IBAN in normalen Übersichten maskieren
- Exporte protokollieren
- Mandatsdokumente zugriffsgeschützt halten
Beispiel Anzeige:
DE** **** **** **** 1234
Vermieter mit mehreren Konten
Ein Vermieter kann verschiedene Objekte über verschiedene Konten verwalten.
Deshalb sollte nicht nur am Vermieter gespeichert werden:
``text
iban
``
sondern:
```text creditor_account
- tax/entity owner
- bank account
- creditor_identifier
- valid_from
```
Eigentümerwechsel
Bei Verkauf einer Immobilie kann sich der Zahlungsempfänger ändern.
Das bestehende Mandat darf nicht einfach blind auf den neuen Eigentümer übertragen werden.
Zu prüfen sind insbesondere:
- Identität des Einziehenden
- Gläubiger-ID
- Kontoinhaber
- Mandatsstatus
- Information des Mieters
- gegebenenfalls neues Mandat
Hausverwaltung
Bei einer Haus- oder Sondereigentumsverwaltung kann die Verwaltung formeller Lastschrifteinreicher sein.
Die Bundesbank stellt klar, dass die im Mandat verwendete Gläubiger-ID zum formell Einziehenden und zum im Lastschriftdatensatz genannten Zahlungsempfänger passen muss.
``text
economic_creditor
formal_debit_creditor
bank_account_owner
``
Einzug
```text sepa_debit
- id
- mandate_id
- lease_id
- amount
- due_date
- pre_notification_date
- submission_date
- booking_date
- return_date
- return_reason
- status
```
Status
```text debit_status
- planned
- pre_notified
- submitted
- booked
- returned
- cancelled
- failed
```
Warnlogiken
- aktive Lastschrift ohne Gläubiger-ID → Einzug nicht vorbereiten
- Mandatsreferenz doppelt → eindeutige Referenz erforderlich
- keine Pre-Notification → Vorabinformation prüfen
- Mandat widerrufen → Einzug blockieren
- Zahlungsempfänger geändert → neues Mandat prüfen
- IBAN geändert → Mandatsänderung dokumentieren
- Rücklastschrift → Forderung wieder offen
- Mandat lange ungenutzt → Gültigkeitsstatus prüfen
- Mandat gelöscht, aber Aufbewahrungszeit noch offen → Löschung blockieren
Nur die IBAN speichern
Eine IBAN allein ist kein SEPA-Lastschriftmandat.
Keine Mandatsreferenz führen
Gläubiger-ID und Mandatsreferenz identifizieren das Mandat gemeinsam.
Miete als bezahlt markieren, sobald Lastschrift eingereicht wurde
Eine Lastschrift kann zurückgegeben werden.
Betrag ändern und Mieter nicht informieren
Auch bei variablem Mandat ist die Vorabinformation relevant.
Eigentümerwechsel ignorieren
Bei geändertem Zahlungsempfänger muss der Mandatsstatus geprüft werden.
Mandatsdokument sofort nach Mietende löschen
Aufbewahrungs- und Nachweispflichten können weiterlaufen.
Braucht ein Vermieter eine Gläubiger-ID?
Wer selbst SEPA-Lastschriften einziehen möchte, benötigt grundsätzlich eine Gläubiger-Identifikationsnummer und eine entsprechende Vereinbarung mit seinem Zahlungsdienstleister.
Was ist die Mandatsreferenz?
Ein individuell vergebenes Kennzeichen, das zusammen mit der Gläubiger-ID ein Mandat eindeutig identifiziert.
Muss bei jeder Mieterhöhung ein neues Mandat unterschrieben werden?
Nicht allein wegen eines geänderten Einzugsbetrags. Die Vorabinformation und die Bedingungen des Zahlungsdienstleisters sind jedoch zu beachten.
Wie früh muss über den Einzug informiert werden?
Grundsätzlich mindestens 14 Kalendertage vor Fälligkeit, sofern keine andere Frist vereinbart wurde.
Kann ein Mieter eine Lastschrift zurückholen?
Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kann grundsätzlich innerhalb von acht Wochen nach Belastung zurückgegeben werden.
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Disclaimer
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Zahlungsverkehrs- oder Bankberatung. Für den tatsächlichen SEPA-Einzug gelten insbesondere die aktuellen Vereinbarungen und technischen Vorgaben des jeweiligen Zahlungsdienstleisters.