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Cashflow-Investing Immobilien: Positiven Cashflow berechnen

Cashflow-Investing bei Immobilien erklärt: Miete, Kosten, Finanzierung, Tilgung, Rücklagen und Cash-on-Cash richtig berechnen.

Lesedauer: ca. 14 MinutenCashflow Investing Immobilien

Kategorie: Investieren Gruppe im Wissenszentrum: Strategien Stand: August 2026 Lesedauer: ca. 14 Minuten

Kurz erklärt

Beim Cashflow-Investing steht der laufende finanzielle Überschuss einer vermieteten Immobilie im Mittelpunkt.

Die Kernfrage lautet:

> Wie viel Geld bleibt nach Mieteinnahmen, laufenden Eigentümerkosten und Finanzierung tatsächlich übrig?

Vereinfacht:

Cashflow =
Mieteinnahmen
− laufende Eigentümerkosten
− Mietausfall
− Finanzierung
− sonstige laufende Zahlungen

Ein positiver Cashflow bedeutet, dass das Objekt im betrachteten Zeitraum mehr liquide Mittel erzeugt als verbraucht.

Merksatz

Cashflow ist nicht dasselbe wie steuerlicher Gewinn und nicht dasselbe wie Rendite.

Warum Cashflow wichtig ist

Eine Immobilie kann auf dem Papier attraktiv aussehen und trotzdem jeden Monat zusätzliches Geld benötigen.

Beispiel:

Bruttorendite:

6,0 %

aber:

  • hohe Zinsen
  • hohe nicht umlagefähige Kosten
  • Sonderumlage
  • Mietausfall
  • hohe Verwaltung

Dann kann der reale Cashflow negativ sein.

Monatlicher Cashflow

Beispiel:

Kaltmiete:

1.000 €

nicht umlagefähige Kosten:

120 €

Verwaltung:

30 €

Mietausfallreserve:

30 €

Darlehensrate:

700 €

1.000 − 120 − 30 − 30 − 700 = 120 €

Monatlicher Cashflow:

+120 €

Jährlich:

120 × 12 = 1.440 €

Welche Miete zählt?

Für eine Bestandsimmobilie sollte primär die tatsächlich vertraglich vereinbarte Miete verwendet werden.

Nicht automatisch:

  • Wunschmiete
  • Angebotsmiete
  • theoretische Marktmiete

Sinnvoll sind getrennte Werte:

``text contract_rent market_rent target_rent ``

Umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten

Betriebskosten, die der Mieter über Vorauszahlungen trägt, sollten nicht einfach als Eigentümerkosten den Cashflow doppelt belasten.

Relevant für den Eigentümer sind insbesondere:

  • nicht umlagefähige Kosten
  • Verwaltung
  • eigene Versicherungen
  • Kontokosten
  • Rückstände
  • Leerstand
  • Instandhaltung
  • Finanzierung

Bei Eigentumswohnungen muss das Hausgeld aufgeteilt werden.

Hausgeld

Beispiel:

Hausgeld:

300 €/Monat

davon:

  • umlagefähig: 210 €
  • nicht umlagefähig: 55 €
  • Zuführung Erhaltungsrücklage: 35 €

Für eine Cashflow-Betrachtung kann die monatliche Einzahlung in die Rücklage sehr wohl Liquidität binden.

Steuerlich ist sie jedoch anders zu behandeln.

``text cashflow_effect tax_effect tenant_allocation ``

Instandhaltungsreserve

Auch wenn in einem Monat keine Reparatur anfällt, kann es sinnvoll sein, langfristig eine kalkulatorische Reserve anzusetzen.

Aber:

Es gibt keinen universell richtigen festen Betrag pro Quadratmeter.

Eine bessere Reserve berücksichtigt:

  • Baujahr
  • Zustand
  • technische Anlagen
  • Dach
  • Heizung
  • Fenster
  • WEG-Rücklage
  • geplante Maßnahmen
  • Objektart

Mietausfall

Eine Cashflow-Rechnung mit:

Mietausfall = 0

kann zu optimistisch sein.

Mögliche Risiken:

  • Leerstand
  • Zahlungsverzug
  • Mieterwechsel
  • Renovierung zwischen Mietverhältnissen

Deshalb ist eine Szenarioannahme sinnvoll.

Finanzierung

Für Liquidität relevant ist die gesamte Rate:

  • Zins
  • Tilgung

Für die Steuer ist dagegen insbesondere der Zinsanteil relevant.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Wichtig

Cashflow-Rechnung und Steuerberechnung dürfen nicht dieselbe Kostenlogik verwenden.

Tilgung

Tilgung reduziert Cashflow, ist aber nicht einfach wirtschaftlich „verloren“.

Sie senkt die Darlehensschuld.

Beispiel:

Cashflow vor Tilgung:

+500 €

Tilgung:

400 €

Cashflow nach Kapitaldienst:

+100 €

Gleichzeitig erhöht die Tilgung grundsätzlich den eigenen Vermögensanteil.

Cashflow vor Finanzierung

Cashflow vor Finanzierung =
Miete
− Eigentümerkosten
− Mietausfall
− Instandhaltung

Diese Kennzahl zeigt die operative Immobilie unabhängig von der individuellen Finanzierung.

Cashflow nach Finanzierung

Cashflow nach Finanzierung =
Cashflow vor Finanzierung
− Zins
− Tilgung
− Finanzierungskosten

Diese Kennzahl zeigt die tatsächliche Liquiditätswirkung für den Eigentümer.

Beispiel komplett

Jahreskaltmiete:

12.000 €

Mietausfall:

360 €

nicht umlagefähige Kosten:

1.200 €

Verwaltung:

360 €

Instandhaltungsreserve:

900 €

Cashflow vor Finanzierung:

12.000 − 360 − 1.200 − 360 − 900
= 9.180 €

Zinsen:

4.200 €

Tilgung:

3.000 €

9.180 − 4.200 − 3.000
= 1.980 €

Monatlich:

1.980 / 12 = 165 €

Cash-on-Cash-Return

Für Cashflow-Investoren ist zusätzlich der Cash-on-Cash-Return interessant.

Cash-on-Cash =
jährlicher Cashflow
/ tatsächlich eingesetztes Eigenkapital
× 100

Eigenkapital:

40.000 €

Cashflow:

1.980 €

1.980 / 40.000 × 100
= 4,95 %

Positiver Cashflow reicht nicht

Beispiel:

Cashflow:

+50 €/Monat

Eine Reparatur von:

5.000 €

entspricht:

5.000 / 50 = 100 Monate

des bisherigen monatlichen Überschusses.

Deshalb muss Cashflow-Investing immer mit Instandhaltung und Reserve kombiniert werden.

Cashflow und Wertentwicklung

Eine Cashflow-Strategie sollte nicht ausschließlich auf Wertsteigerung angewiesen sein.

Aber Wertentwicklung kann zusätzlich entstehen.

``text operating_cashflow principal_repayment market_value_change ``

Cashflow und Steuer

Steuerlicher Überschuss:

``text Mieteinnahmen − Werbungskosten − AfA ``

Cashflow:

``text Zahlungseingänge − Zahlungsausgänge ``

AfA reduziert den steuerlichen Gewinn, kostet im jeweiligen Jahr aber kein Geld.

Tilgung kostet Geld, ist steuerlich aber grundsätzlich keine Werbungskostenposition.

Dadurch können völlig unterschiedliche Ergebnisse entstehen.

Beispiel

Cashflow:

+2.000 €

AfA:

5.000 €

Dann kann steuerlich trotz positivem Cashflow ein Verlust entstehen.

Umgekehrt kann eine Immobilie steuerlichen Gewinn erzeugen und trotzdem wegen hoher Tilgung negativen Cashflow haben.

Ziel-Cashflow

Es gibt keine allgemeingültige Zahl wie:

> „Mindestens 200 € pro Wohnung.“

Ein sinnvoller Zielwert hängt ab von:

  • Eigenkapital
  • Objektgröße
  • Risiko
  • Finanzierung
  • Zustand
  • Lage
  • Arbeitsaufwand
  • Strategie

Portfolio-Cashflow

Mit mehreren Immobilien ist nicht nur jede Einheit einzeln relevant.

Beispiel:

Objekt A:

+300 €

Objekt B:

−100 €

Objekt C:

+250 €

Portfolio:

300 − 100 + 250 = 450 €/Monat

Zusätzlich sollten große geplante Maßnahmen berücksichtigt werden.

Stress-Test

Ein gutes Cashflow-Portfolio sollte auch schlechtere Szenarien überstehen.

Beispiele:

  • ein Monat Leerstand
  • Zins +2 Prozentpunkte bei Anschlussfinanzierung
  • Hausgeld +15 %
  • 10.000 € Sanierung
  • Miete bleibt drei Jahre unverändert

Cashflow-Lauf

```text cashflow_period

  • property_id
  • period
  • rent_income
  • other_income
  • operating_cost
  • non_allocable_cost
  • vacancy_loss
  • maintenance
  • reserve_contribution
  • interest
  • principal
  • financing_fee
  • capex
  • net_cashflow

```

Plan vs. Ist

Beim Kauf:

planned_cashflow

Im Betrieb:

actual_cashflow

Differenz:

cashflow_variance =
actual_cashflow − planned_cashflow

Warnlogiken

  • positive Rendite + negativer Cashflow → Finanzierung belastet Liquidität
  • Cashflow nur ohne Instandhaltung positiv → Reserveannahme prüfen
  • Hausgeld nicht aufgeteilt → Cashflow unvollständig
  • Mietausfall = 0 → Stress-Szenario prüfen
  • Zinsbindung endet → künftigen Cashflow simulieren
  • eine Großmaßnahme übersteigt Jahrescashflow deutlich → Liquiditätsbedarf prüfen
  • positiver Steuerverlust mit negativem Cashflow verwechselt → Steuer und Liquidität trennen

Nur Kaltmiete minus Rate rechnen

Eigentümerkosten fehlen.

Tilgung steuerlich als Aufwand behandeln

Cashflow und Steuerlogik unterscheiden sich.

Rücklagen ignorieren

Eine kleine monatliche Marge kann durch eine Reparatur schnell verschwinden.

Marktmiete statt Ist-Miete verwenden

Für aktuelle Liquidität zählt die reale Miete.

Leerstand auf null setzen

Das macht Szenarien unnötig optimistisch.

Was ist positiver Cashflow bei Immobilien?

Wenn nach den angesetzten laufenden Ein- und Auszahlungen ein Überschuss verbleibt.

Ist Tilgung eine Cashflow-Ausgabe?

Ja, sie bindet Liquidität. Steuerlich ist sie aber grundsätzlich keine Werbungskostenposition.

Was ist ein guter monatlicher Cashflow?

Es gibt keinen universellen Mindestwert. Er muss zum Eigenkapital, Risiko und Objekt passen.

Sind Rücklagen Kosten?

Sie können Liquidität binden, werden steuerlich aber je nach Art anders behandelt. Besonders bei WEG-Rücklagen muss zwischen Cashflow und Steuer getrennt werden.

Ist Cashflow wichtiger als Rendite?

Beides beantwortet unterschiedliche Fragen. Cashflow misst Liquidität, Rendite setzt Ertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital.

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Disclaimer

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Finanzierungs- oder Steuerberatung dar. Cashflow-Berechnungen hängen von den verwendeten Annahmen und den tatsächlichen Zahlungsströmen ab.

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung.